Schreiben macht den Kopf frei

Wir sind, was wir denken.

Alles, was wir sind, entsteht aus unseren Gedanken.

Mit unseren Gedanken formen wir die Welt.

Buddha

 

 

Bilder für die Seele, Licht, Freude, Loslassen, Entspannung,

Schreiben macht den Kopf frei

 

Nimm dir ca. eine halbe Stunde Zeit und suche dir einen Platz, wo du nicht gestört wirst. Gönne dir deine Lieblingsmusik, wenn du möchtest, und lege dir Papier und Stift zurecht (ich persönlich schreibe am liebsten auf A4 Papier, weil es groß genug ist, um so richtig in Schwung zu kommen) und entspanne dich mit ein paar tiefen Atemzügen.

Dann stelle einen Wecker auf 20 Minuten - es kann losgehen:

 

Eintauchen

 

Setze den Stift auf das Papier und schreibe alles nieder, was dir in den Sinn kommt. Tauche so richtig tief in deinen Gedankenstrom ein. Es ist vollkommen egal, was dabei raus kommt, denn niemand außer dir wird diese Zeilen jemals lesen. Sie müssen weder zusammenhängend sein, noch einen Sinn ergeben oder gar Rechtschreibtechnisch perfekt sein. Das, was kommen will, darf auf´s Papier fließen. Genauso chaotisch, wie die Gedankenflut in deinem Kopf ;-)

Achte darauf, im Schreiben zu bleiben, nicht abzusetzen und die zwanzig Minuten durchzuhalten (wenn dir das zu lang erscheint, probiere es am Anfang mit 10 Minuten).

 

Atempause

 

Geschafft? Gut. Mach eine kleine Atempause, lass die Gedanken ein paar Minuten schweifen. Oder gönn dir eine Tasse Kaffee oder Tee. Geh auf den Balkon, die Terrasse oder ans offene Fenster und nimm ein paar bewusste, tiefe Atemzüge.

 

Setz den Rotstift an

 

Lies dann deinen Text durch und streiche ALLE Gedanken weg, die mit der Vergangenheit oder der Zukunft zu tun haben. Streich auch ALLES weg, das du im Moment nicht ändern kannst, und auch ALLES, das du in den nächsten Tagen nicht erledigen oder durchführen kannst.

 

Was bleibt?

 

Und? Was bleibt übrig? Normalerweise nur jene Dinge, die du auch JETZT, im Moment, durchführen, erledigen oder ändern kannst, wie z.B. die Wäsche aufhängen, einen dringenden Anruf erledigen, den Garten gießen, das Essen vorbereiten, ein Buch lesen, die Kinder baden...

 

Du erkennst anhand dieser einfachen Übung, wieviel Platz Gedanken einnehmen, die sich mit der Vergangenheit oder Zukunft beschäftigen. Oder mit Angelegenheiten, die du im Moment nicht ändern kannst.

 

Loslassen

 

Diese Übung finde ich deshalb so schön, weil sie unseren Gedankenstrom SICHTBAR macht, all das, was nonstop durch unser Hirn rast :-) und du kannst sie immer durchführen, wenn du gerade mal nicht mehr weißt, wo dir der Kopf steht, um zu sehen, worauf du dich JETZT konzentrieren kannst und was du im Moment loslassen darfst.

 

Zudem können wir durch das Schreiben leichter loslassen, was uns beschäftigt, weil wir uns in diesem Moment dem Papier anvertrauen, es quasi zu unserem Verbündeten machen und die ganze Last nicht mehr mit uns alleine rumschleppen müssen.

 

Für mich sind diese Schreibübungen oft wie das Gespräch mit einer guten Freundin - ich fühle mich danach meistens besser.

 

TIPP: betrachte die Übung wie ein Spiel und lass dich einfach überraschen, was dabei herauskommt. Allein die Zeit, die Zurückgezogenheit, die du dir dabei selber gönnst, trägt einen großen Erholungs-und Entspannungsfaktor in sich.

 

 

Viel Spaß beim Ausprobieren J wenn du Lust hast, erzähl mir doch in einem Kommentar, wie es dir damit ergangen ist

 

 

Carmen

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Marie (Mittwoch, 12 November 2014 17:23)

    Hallo Carmen,

    ich bin gerade auf diesen Artikel gestoßen und musste sofort lächeln. Genau diese Art des Schreibens hat bei mir vor einigen Jahren nachhaltig etwas verändert. Ich hatte die Technik damals von der amerikanischen Autorin Julia Cameron und wollte dadurch in erster Linie mein Schreiben verbessern. Was dann aber passiert ist, war noch viel, viel mehr!
    Allerdings habe ich bis jetzt immer nur alles aufgeschrieben und noch nie zusätzlich den Rotstift benutzt, so wie du das beschreibst.
    Ich werde es bei Gelegenheit auch damit probieren :-)

    Liebe Grüße,
    Marie

  • #2

    Carmen (Mittwoch, 12 November 2014 18:46)

    Hallo, Marie,

    ja, die Morgenseiten von Julia Cameron begleiten mich auch schon sehr lange, mal mehr und mal ein bisschen weniger regelmäßig. Wenn ich ein Problem lösen möchte, greife ich einfach gerne zum Stift, dann entsteht während des Schreibens ein innerer Dialog, der nicht selten brauchbare Lösungen anbietet :-)
    Das mit dem Streichen dient einfach nur dem "Sichtbarmachen", was unser Kopf oft so an unbrauchbarem "herumdenkt", viel Spaß beim Ausprobieren

    ♥liche Grüße, Carmen

  • #3

    Annette Bernjus (Dienstag, 17 Februar 2015 12:52)

    Liebe Carmen, ich bin gerade auf diesen Artikel gestoßen beim Stöbern nach "Entspannung". Vielen Dank für diese schöne Idee des "Wegstreichens", die ich selbst direkt ausprobieren werde. Ich bin gespannt, was dabei herauskommt :))
    Herzliche Grüße
    Annette

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